Ich glaub es ist mal an der Zeit zu erklären wo ich hier
eigentlich meine Zeit verbringe. Wie ich in meinem letzten Eintrag geschrieben
habe, bin ich hier in City of Joy. Das ist der Name von dem Projekt hier in
Mazabuka. Es ist ein 'home for girls at risk', also ein Zuhause für Mädels die,
aus welchen Umständen auch immer, nicht zu Hause leben können. Diese Mädels
sind nicht unbedingt Weisenkinder, es kann auch durchaus sein, dass sie beide
Eltern zu Hause haben aber es trotzdem nicht möglich ist, dass die Mädels bei
ihnen leben. Das jüngste Mädchen ist momentan sieben Jahre alt, sie ist erst
zwei Tage vor mir hier angekommen, und die ältesten sind 19 Jahre alt.
Es leben hier zurzeit zwei Schwestern (eigentlich drei aber eine
ist gerade auf Heimaturlaub), sieben Aspirantinnen (angehende Schwestern), drei
Mummies, 30 Mädels und vier Volontäre. Die Schwestern leiten das Projekt und
werden dabei von den Aspirantinnen unterstützt, die Mummies leben mit den
Mädels in zwei Häusern aufgeteilt und eine ist für das Kochen zuständig. Es
wird versucht den Mädels ein Familienleben zu ermöglichen.
Das Projekt gibt es seit 2008 und es ist immer noch im
entstehen. Es ist hier ein recht großes Gelände und es gibt momentan noch echt
wenige Häuser. Aber es gibt auch schon Fundamente für neue Häuser. In einigen
Jahren ist es wahrscheinlich ein großes Projekt, welches viel mehr Mädchen ein
zu Hause bietet.
Die Mädels leben hier 11 Monate im Jahr. Einzig im Dezember
dürfen sie nach Hause fahren und ihre Familien und Freunde besuchen (sofern
vorhanden). Die Mädchen wohnen hier und verbringen hier ihre Freizeit, allerdings
gehen sie im Ort in die Schule. Da nicht alle Mädels gleichzeitig Schule haben,
sind immer welche zu Hause.
Es gibt hier auch jeden Nachmittag (außer Freitag) ein so
genanntes 'Oratory'. Hier kommen viele Kinder und Jugendliche, aus dem Ort, um
ihre Freunde zu treffen, Fußball zu spielen oder einfach nur um zu chillen. Am
Wochenende sind immer um die 80 Leute da, unter der Woche meistens so 20-30.
Die Aufgaben von uns Volontären sind am Vormittag die Mädels
zu betreuen die erst am Nachmittag Schule haben. Wir versuchen sie ein bisschen
in unterschiedlichen Fächern zu unterrichten, 'versuchen' trifft es glaub ich
ziemlich gut. Ich hab den Mathe-Unterricht übernommen, was gar nicht so einfach
für mich ist, da ich natürlich alles auf Englisch erklären muss und die Mädels,
wenn sie etwas nicht verstehen, in ihrer lokalen Sprache auf mich einreden. Ansonsten
sind wir beim Oratory dabei und verbringen viel Zeit mit den Mädels und versuchen
möglichst viel für sie dazu sein. Am Abend helfen wir ihnen auch immer bei
ihren Hausaufgaben und lernen mit ihnen.