Samstag, 6. Februar 2016

Von Schulwegen und anderen Katastrophen




Die Leute die mich kennen wissen wahrscheinlich wie gern ich spazieren gehe. Deshalb macht es mir viel Spaß die Mädels in die Schule zu bringen oder abzuholen. Da sie diesen Schulweg zu Fuß gehen müssen.
Die Schulen in die unsere Mädels gehen, sind unterschiedlich weit weg. Die meisten von den Mädels gehen in die Nambulonga Primary School die sehr nahe ist wo man nur 10-15 min gehen braucht. Aber manche Mädels sind in Schulen wo man 45 min gehen muss.
Letzte Woche hab ich einem Mädel versprochen mit ihr zur Mascoe Secondary School zu gehen. Sprich um ca. 6 Uhr heißt es losgehen weil wir sonst zu spät wären.
Das Mädchen hat sich extra einen Regenschirm mitgenommen weil so viele Wolken am Himmel waren. Wir sind dann los gegangen und es hat leicht zu tröpfeln begonnen. Der Schulweg führt durch den Nakambala Markt wo schon einige Leute damit beschäftigt waren ihre Standln herzurichten.
Bei der Schule wollte ich noch ihre Klasse sehen, und da hat es dann ziemlich heftig geregnet. Ich hab dann in der Klasse kurz gewartet und hab dann aber beschlossen dass es nicht mehr so viel regnet und ich nach Hause laufen kann.
Gerade wo ich mitten im Markt war hat es dann aber so unglaublich stark geregnet dass ich kaum weiter gekommen bin weil ich auch nichts mehr gesehen habe. Eine Frau hat mir dann zugerufen dass ich mich unterstellen soll. Ich bin dann mit zwei Frauen bei einem Standl für ca. 1 Stunde gestanden und hab gewartet, dass der Regen weniger wird.
Mit der Frau bin ich dann aber losgegangen weil es etwas weniger war und ich echt nach Hause musste. Die Straßen waren überflutet (nicht alle sind asphaltiert) und die Leute die wo unter gestanden sind haben mich ausgelacht. Nach wenigen Augenblicken war ich vollkommen durchnässt und hab gefroren, das Regenwasser ist extrem kalt. Die Straßen waren ziemlich leer weil einfach keiner so verrückt ist und bei dem Wetter rausgeht. So starker Regen ist auch ein Problem weil dann die meisten Leute am Markt nicht verkaufen können weil ihre Standln nicht wetterfest sind.
Als ich dann in die Straß von City of Joy (kein Asphalt) gebogen bin, hab ich gemerkt dass sich diese in einen reißenden Sturzbach verwandelt hat. Ich musste mich da irgendwie durchkämpfen teilweise durch 20 cm Wasser. Da alles verschlammt war und ich in FlipFlops unterwegs war, war das echt nicht einfach. Einer meiner FlipFlops ist bei dieser Aktion auch kaputt gegangen. Ich hab dann kurzerhand beide ausgezogen und bin bloßfüßig weiter gegangen. Es hat immer noch in Strömen gegossen und ich war dann so froh als ich zu Hause angekommen bin.

Einen Tag später wollte ich zu einer anderen Schule mitgehen. Die St. Patrick's Secondary School ist auch ca. 40-45 min entfernt. Ich bin mit drei Mädels gegangen und wir waren etwas spät dran. Bei der Schule haben die Mädels dann eine Strafe von den Prefects (wer Harry Potter gelesen hat kennt sich aus ;)) bekommen, und zwar den Schulhof kehren. Danach bin ich auch noch mit in die Schule gegangen und hab die Klassenräume von den Mädels angeschaut. Mir wurden dann auch noch einige Lehrer vorgestellt und am Ende hat ein Mädchen gemeint ich soll doch den Direktor kennenlernen. Ich bin dann wirklich in sein Büro gegangen und hab mich kurz mit ihm unterhalten. Danach durfte ich nach Hause gehen, diesmal ohne Regen.

Sonntag, 3. Januar 2016

Reise durch Sambia



Da im Dezember die Mädels nach Hause fahren, ist für uns Volontäre hier nicht wirklich etwas zu tun. Da haben wir uns gedacht nützen wir die Zeit und schauen uns ein bisschen mehr von Sambia an.
Zu dritt sind wir aufgebrochen nach Lusaka. Die Hauptstadt von Sambia ist wirklich extrem anders als das kleine Städtchen Mazabuka. Zum einen natürlich um einiges größer und mit viiiel mehr Leuten und Verkehr, aber auch "entwickelter" sprich man sieht Häuser, Werbungen,… die man durchaus auch bei uns in Europa finden könnte. Wenn man auf der Straße entlang stolpert (normales schlendern ist so gut wie nicht möglich, wegen zu vielen Menschen und zu schlechten Straßen :D) wird man andauernd angesprochen ob man nicht etwas kaufen möchte, jemanden heiraten möchte oder ein Taxi braucht. Das kann ganz schön anstrengend werden.
In Einkaufszentren findet man auch Supermärkte wie bei uns allerdings mit erstaunlich hohen Preisen und auch ganz viele weiße Menschen. Wir haben auch ein Büchergeschäft gefunden, in dem die Bücher aber wirklich um einiges teurer sind als in Österreich. Natürlich gibt es in Lusaka zahllose Märkte auf denen man wirklich alles kaufen kann. Wenn man von den großen Straßen weggeht und sich in kleineren Gassen oder Plätzen aufhält, sieht man dass es hier nicht nur große und teure Dinge gibt, sondern auch jede Menge Leute die nicht reich sind und ein ärmlicheres Leben hier führen. Die Werbungen für das neuste Smartphone verschwinden, die Straßen sind schlechter, man trifft eher wenige Weiße und auf den Märkten oder Straßenstandln findet man mehr Dinge für den Alltag und weniger Souvenirs. Aber egal auf welchem Markt man sich aufhält, wenn man etwas kaufen möchte heißt es handeln. Aus Österreich bin ich gewohnt, den Preis den man genannt bekommt auch zu bezahlen, aber hier sagen sie gleich mal das Doppelte und wollen auch das man verhandelt, das ist wie ein Spiel für sie. Aber ich brauch da echt noch Übung :D.
Wir haben in City of Hope übernachtet. Das ist das Projekt von den Don Bosco Schwestern in Lusaka. Kurz gesagt es ähnelt sehr dem Projekt in Mazabuka (nicht nur vom Namen) aber es ist um einiges größer und hat auch eine Schule dabei.

Nach ein paar Tagen sind wir aufgebrochen nach Mansa. Uns wurde gesagt, dass die Busfahrt 10-11 Stunden dauert. Wir haben uns ein Ticket besorgt und sind dann pünktlich in den Bus eingestiegen. Geplant war die Abfahrt für 13 Uhr, aber warum auch immer hatte der Bus eine kleine Verspätung und wir sind dann erst um 15 Uhr abgefahren.
Auch in Mansa wollten wir bei den Schwestern übernachten, und haben angerufen und uns angekündigt. Wir sind dann ungefähr um 4 Uhr in der Früh in Mansa angekommen und haben ein Taxi genommen und dem Fahrer gesagt wir müssen zu den Don Bosco Schwestern. Allerdings hatten wir sehr stark das Gefühl, dass er keine Ahnung hat wo er mit uns hinfährt. Er hat dann plötzlich vor irgendeinem Haus angehalten und gemeint wir sind da. Aber das war nicht ganz richtig, dann haben wir nochmal versucht ihm zu erklären wo wir hinmüssen aber er hat gemeint als erstes muss er mal tanken. Bei der Tankstelle ist er ausgestiegen und ein anderer Taxifahrer ist zu uns gekommen um sich mit uns zu unterhalten. Den haben wir gefragt ob er weiß wo die Don Bosco Schwestern sind. Er hat gemeint ja er weiß es und es ist nicht so weit. Dann haben wir ihn gefragt ob er weiß ob unser Taxifahrer weiß wo das ist, aber nach seiner Antwort "Vielleicht weiß er es" waren wir nicht wirklich beruhigt und haben ihn gebeten unserem Fahrer zu erklären wo er hinfahren muss. Das hat dann im Endeffekt Gott sei Dank funktioniert und wir sind zum Projekt gekommen.
In Mansa hat es uns wirklich super gefallen da sind wir auch gleich ein paar Tage geblieben. An einem Tag sind wir auch in die nahe gelegene Stadt Samfya gefahren, weil es hier einen großen See mit Sandstrand gibt. Obwohl es regnerisch war und nicht ganz so war sind wir hier schwimmen gegangen.
Hier in dem Projekt sind nicht nur Schwestern sonder gleich daneben Fathers und Brothers. Weil bald Weihnachten war waren wir an einem Abend bei ihnen eingeladen zum Weihnachtslieder singen. Das war das erste Mal in dem Jahr dass ich Weihnachtslieder gehört hab. Weil die Volontäre dort aus Polen kommen haben wir die Lieder auch auf Polnisch, Englisch und Bemba (lokale Sprache im Norden von Sambia) gesungen. Natürlich wurden wir aufgefordert Stille Nacht auf Deutsch zu singen.

Die nächste Station die wir uns überlegt haben war Luwingu, eine kleine Stadt ca. 3 Stunden mit dem Auto von Mansa entfernt. Die Schwester hat uns geholfen einen halbwegs fairen Preis mit dem Taxifahrer auszuhandeln und dann gings los. Eingequetscht zu 10. in einem Auto mit 6 Plätzen. Die Straße die wir genommen haben war teilweise so miserabel dass wir einmal mit dem Reifen in einem Schlagloch stecken geblieben sind, aussteigen mussten und das Auto anschieben mussten. Gott sei Dank sind am Weg immer wieder Leute ausgestiegen und ich hab immer wieder mal den Platz gewechselt und bin dann auch mal zwischen den zwei Vordersitzen auf der Schaltung gesessen :D.
In Luwingu angekommen hatten wir ein kleines Problem. Wir konnten nämlich die Schwestern nicht erreichen um zu sagen, dass wir kommen würden, außerdem wussten wir nicht wo wir hinmüssen und es hat voll zu schütten begonnen. Wir haben uns dann mal untergestellt und gemeint wir warten den Regen ab. Aber das war nicht wirklich möglich weil der Regen einfach nicht aufgehört hat :D. Also haben wir beschlossen, uns in den Regen zu wagen und das Projekt der Schwestern zu suchen. Und wenn ich hier von Regen spreche, meine ich nicht das leichte Nieseln von uns zu Hause, sondern richtig heftig und das ganz schön lang. Nach kürzester Zeit waren wir vollkommen durchweicht und hatten keine Ahnung wo wir hingehören. Dann haben wir ein Auto angehalten und nach dem Weg gefragt, die Leute in dem Auto waren dann gleich so freundlich und haben uns hingefahren. Wir sind dann vor dem Haus der Schwestern gestanden und konnten endlich die Schwestern erreichen und wurden auch gleich sehr lieb empfangen und konnten dort übernachten, obwohl es sehr kurzfristig war. Luwingu ist die bisher kleinste Stadt die ich hier in Sambia gesehen habe. Es gibt keinen Supermarkt und auch sonst, die Leute können kaum Englisch und sie sind viel erstaunter von Weißen die es in ihre Stadt verschlägt. Zu dem Projekt der Schwestern gehören eine Schule und eine Farm, die wir natürlich auch besichtigt haben.

Am nächsten Tag gings dann weiter nach Kasama. Wieder eingequetscht in ein Auto (diesmal war auch ein lebendes Hendl mit von der Partie :D) gings 2 Stunden nach Kasama. In Kasama ist das Schwestern Projekt wo meine liebe Freundin Karo Volontärin ist. Das Projekt beinhaltet eine Schule und ein Internat. Hier haben wir eine gute Woche verbracht. Wir haben uns auch nahe gelegene Wasserfälle angeschaut. Obwohl es wieder einmal wie aus Kübeln gegossen hat, haben mir diese wahnsinnig gut gefallen.

Ein paar Tage vor Silvester sind wir dann nach Mazabuka zurück gefahren. Dazu sind wir extra zeitig in der Früh zur Busstation in Kasama gegangen. Allerdings hat der Mann von der Busgesellschaft uns erklärt, dass sie keinen Platz mehr für uns haben. Nachdem die Schwester immer wieder nachgefragt hat waren dann ganz plötzlich doch noch zwei Plätze frei. Nach 12 Stunden in dem Bus haben wir Lusaka erreicht. Dort mussten wir uns durchfragen wo es einen Bus nach Mazabuka gibt. Gott sei Dank haben wir es dann auch geschafft einen Bus zu erwischen, den aller letzten an dem Tag. Diese Fahrt hat nochmal 2 Stunden gedauert und dann haben wir endlich Mazabuka erreicht. Wir sind dann zu Fuß bis zum Projekt gegangen und obwohl es erst 10 am Abend war, waren die Straßen wie ausgestorben. Auch wenn mir diese kleine Rundreise wahnsinnig gut gefallen hat, habe ich mich, als wir unser Volontär-Haus erreicht haben müde und erschöpft, so gefreut wieder zu Hause zu sein.