Samstag, 6. Februar 2016

Von Schulwegen und anderen Katastrophen




Die Leute die mich kennen wissen wahrscheinlich wie gern ich spazieren gehe. Deshalb macht es mir viel Spaß die Mädels in die Schule zu bringen oder abzuholen. Da sie diesen Schulweg zu Fuß gehen müssen.
Die Schulen in die unsere Mädels gehen, sind unterschiedlich weit weg. Die meisten von den Mädels gehen in die Nambulonga Primary School die sehr nahe ist wo man nur 10-15 min gehen braucht. Aber manche Mädels sind in Schulen wo man 45 min gehen muss.
Letzte Woche hab ich einem Mädel versprochen mit ihr zur Mascoe Secondary School zu gehen. Sprich um ca. 6 Uhr heißt es losgehen weil wir sonst zu spät wären.
Das Mädchen hat sich extra einen Regenschirm mitgenommen weil so viele Wolken am Himmel waren. Wir sind dann los gegangen und es hat leicht zu tröpfeln begonnen. Der Schulweg führt durch den Nakambala Markt wo schon einige Leute damit beschäftigt waren ihre Standln herzurichten.
Bei der Schule wollte ich noch ihre Klasse sehen, und da hat es dann ziemlich heftig geregnet. Ich hab dann in der Klasse kurz gewartet und hab dann aber beschlossen dass es nicht mehr so viel regnet und ich nach Hause laufen kann.
Gerade wo ich mitten im Markt war hat es dann aber so unglaublich stark geregnet dass ich kaum weiter gekommen bin weil ich auch nichts mehr gesehen habe. Eine Frau hat mir dann zugerufen dass ich mich unterstellen soll. Ich bin dann mit zwei Frauen bei einem Standl für ca. 1 Stunde gestanden und hab gewartet, dass der Regen weniger wird.
Mit der Frau bin ich dann aber losgegangen weil es etwas weniger war und ich echt nach Hause musste. Die Straßen waren überflutet (nicht alle sind asphaltiert) und die Leute die wo unter gestanden sind haben mich ausgelacht. Nach wenigen Augenblicken war ich vollkommen durchnässt und hab gefroren, das Regenwasser ist extrem kalt. Die Straßen waren ziemlich leer weil einfach keiner so verrückt ist und bei dem Wetter rausgeht. So starker Regen ist auch ein Problem weil dann die meisten Leute am Markt nicht verkaufen können weil ihre Standln nicht wetterfest sind.
Als ich dann in die Straß von City of Joy (kein Asphalt) gebogen bin, hab ich gemerkt dass sich diese in einen reißenden Sturzbach verwandelt hat. Ich musste mich da irgendwie durchkämpfen teilweise durch 20 cm Wasser. Da alles verschlammt war und ich in FlipFlops unterwegs war, war das echt nicht einfach. Einer meiner FlipFlops ist bei dieser Aktion auch kaputt gegangen. Ich hab dann kurzerhand beide ausgezogen und bin bloßfüßig weiter gegangen. Es hat immer noch in Strömen gegossen und ich war dann so froh als ich zu Hause angekommen bin.

Einen Tag später wollte ich zu einer anderen Schule mitgehen. Die St. Patrick's Secondary School ist auch ca. 40-45 min entfernt. Ich bin mit drei Mädels gegangen und wir waren etwas spät dran. Bei der Schule haben die Mädels dann eine Strafe von den Prefects (wer Harry Potter gelesen hat kennt sich aus ;)) bekommen, und zwar den Schulhof kehren. Danach bin ich auch noch mit in die Schule gegangen und hab die Klassenräume von den Mädels angeschaut. Mir wurden dann auch noch einige Lehrer vorgestellt und am Ende hat ein Mädchen gemeint ich soll doch den Direktor kennenlernen. Ich bin dann wirklich in sein Büro gegangen und hab mich kurz mit ihm unterhalten. Danach durfte ich nach Hause gehen, diesmal ohne Regen.

Sonntag, 3. Januar 2016

Reise durch Sambia



Da im Dezember die Mädels nach Hause fahren, ist für uns Volontäre hier nicht wirklich etwas zu tun. Da haben wir uns gedacht nützen wir die Zeit und schauen uns ein bisschen mehr von Sambia an.
Zu dritt sind wir aufgebrochen nach Lusaka. Die Hauptstadt von Sambia ist wirklich extrem anders als das kleine Städtchen Mazabuka. Zum einen natürlich um einiges größer und mit viiiel mehr Leuten und Verkehr, aber auch "entwickelter" sprich man sieht Häuser, Werbungen,… die man durchaus auch bei uns in Europa finden könnte. Wenn man auf der Straße entlang stolpert (normales schlendern ist so gut wie nicht möglich, wegen zu vielen Menschen und zu schlechten Straßen :D) wird man andauernd angesprochen ob man nicht etwas kaufen möchte, jemanden heiraten möchte oder ein Taxi braucht. Das kann ganz schön anstrengend werden.
In Einkaufszentren findet man auch Supermärkte wie bei uns allerdings mit erstaunlich hohen Preisen und auch ganz viele weiße Menschen. Wir haben auch ein Büchergeschäft gefunden, in dem die Bücher aber wirklich um einiges teurer sind als in Österreich. Natürlich gibt es in Lusaka zahllose Märkte auf denen man wirklich alles kaufen kann. Wenn man von den großen Straßen weggeht und sich in kleineren Gassen oder Plätzen aufhält, sieht man dass es hier nicht nur große und teure Dinge gibt, sondern auch jede Menge Leute die nicht reich sind und ein ärmlicheres Leben hier führen. Die Werbungen für das neuste Smartphone verschwinden, die Straßen sind schlechter, man trifft eher wenige Weiße und auf den Märkten oder Straßenstandln findet man mehr Dinge für den Alltag und weniger Souvenirs. Aber egal auf welchem Markt man sich aufhält, wenn man etwas kaufen möchte heißt es handeln. Aus Österreich bin ich gewohnt, den Preis den man genannt bekommt auch zu bezahlen, aber hier sagen sie gleich mal das Doppelte und wollen auch das man verhandelt, das ist wie ein Spiel für sie. Aber ich brauch da echt noch Übung :D.
Wir haben in City of Hope übernachtet. Das ist das Projekt von den Don Bosco Schwestern in Lusaka. Kurz gesagt es ähnelt sehr dem Projekt in Mazabuka (nicht nur vom Namen) aber es ist um einiges größer und hat auch eine Schule dabei.

Nach ein paar Tagen sind wir aufgebrochen nach Mansa. Uns wurde gesagt, dass die Busfahrt 10-11 Stunden dauert. Wir haben uns ein Ticket besorgt und sind dann pünktlich in den Bus eingestiegen. Geplant war die Abfahrt für 13 Uhr, aber warum auch immer hatte der Bus eine kleine Verspätung und wir sind dann erst um 15 Uhr abgefahren.
Auch in Mansa wollten wir bei den Schwestern übernachten, und haben angerufen und uns angekündigt. Wir sind dann ungefähr um 4 Uhr in der Früh in Mansa angekommen und haben ein Taxi genommen und dem Fahrer gesagt wir müssen zu den Don Bosco Schwestern. Allerdings hatten wir sehr stark das Gefühl, dass er keine Ahnung hat wo er mit uns hinfährt. Er hat dann plötzlich vor irgendeinem Haus angehalten und gemeint wir sind da. Aber das war nicht ganz richtig, dann haben wir nochmal versucht ihm zu erklären wo wir hinmüssen aber er hat gemeint als erstes muss er mal tanken. Bei der Tankstelle ist er ausgestiegen und ein anderer Taxifahrer ist zu uns gekommen um sich mit uns zu unterhalten. Den haben wir gefragt ob er weiß wo die Don Bosco Schwestern sind. Er hat gemeint ja er weiß es und es ist nicht so weit. Dann haben wir ihn gefragt ob er weiß ob unser Taxifahrer weiß wo das ist, aber nach seiner Antwort "Vielleicht weiß er es" waren wir nicht wirklich beruhigt und haben ihn gebeten unserem Fahrer zu erklären wo er hinfahren muss. Das hat dann im Endeffekt Gott sei Dank funktioniert und wir sind zum Projekt gekommen.
In Mansa hat es uns wirklich super gefallen da sind wir auch gleich ein paar Tage geblieben. An einem Tag sind wir auch in die nahe gelegene Stadt Samfya gefahren, weil es hier einen großen See mit Sandstrand gibt. Obwohl es regnerisch war und nicht ganz so war sind wir hier schwimmen gegangen.
Hier in dem Projekt sind nicht nur Schwestern sonder gleich daneben Fathers und Brothers. Weil bald Weihnachten war waren wir an einem Abend bei ihnen eingeladen zum Weihnachtslieder singen. Das war das erste Mal in dem Jahr dass ich Weihnachtslieder gehört hab. Weil die Volontäre dort aus Polen kommen haben wir die Lieder auch auf Polnisch, Englisch und Bemba (lokale Sprache im Norden von Sambia) gesungen. Natürlich wurden wir aufgefordert Stille Nacht auf Deutsch zu singen.

Die nächste Station die wir uns überlegt haben war Luwingu, eine kleine Stadt ca. 3 Stunden mit dem Auto von Mansa entfernt. Die Schwester hat uns geholfen einen halbwegs fairen Preis mit dem Taxifahrer auszuhandeln und dann gings los. Eingequetscht zu 10. in einem Auto mit 6 Plätzen. Die Straße die wir genommen haben war teilweise so miserabel dass wir einmal mit dem Reifen in einem Schlagloch stecken geblieben sind, aussteigen mussten und das Auto anschieben mussten. Gott sei Dank sind am Weg immer wieder Leute ausgestiegen und ich hab immer wieder mal den Platz gewechselt und bin dann auch mal zwischen den zwei Vordersitzen auf der Schaltung gesessen :D.
In Luwingu angekommen hatten wir ein kleines Problem. Wir konnten nämlich die Schwestern nicht erreichen um zu sagen, dass wir kommen würden, außerdem wussten wir nicht wo wir hinmüssen und es hat voll zu schütten begonnen. Wir haben uns dann mal untergestellt und gemeint wir warten den Regen ab. Aber das war nicht wirklich möglich weil der Regen einfach nicht aufgehört hat :D. Also haben wir beschlossen, uns in den Regen zu wagen und das Projekt der Schwestern zu suchen. Und wenn ich hier von Regen spreche, meine ich nicht das leichte Nieseln von uns zu Hause, sondern richtig heftig und das ganz schön lang. Nach kürzester Zeit waren wir vollkommen durchweicht und hatten keine Ahnung wo wir hingehören. Dann haben wir ein Auto angehalten und nach dem Weg gefragt, die Leute in dem Auto waren dann gleich so freundlich und haben uns hingefahren. Wir sind dann vor dem Haus der Schwestern gestanden und konnten endlich die Schwestern erreichen und wurden auch gleich sehr lieb empfangen und konnten dort übernachten, obwohl es sehr kurzfristig war. Luwingu ist die bisher kleinste Stadt die ich hier in Sambia gesehen habe. Es gibt keinen Supermarkt und auch sonst, die Leute können kaum Englisch und sie sind viel erstaunter von Weißen die es in ihre Stadt verschlägt. Zu dem Projekt der Schwestern gehören eine Schule und eine Farm, die wir natürlich auch besichtigt haben.

Am nächsten Tag gings dann weiter nach Kasama. Wieder eingequetscht in ein Auto (diesmal war auch ein lebendes Hendl mit von der Partie :D) gings 2 Stunden nach Kasama. In Kasama ist das Schwestern Projekt wo meine liebe Freundin Karo Volontärin ist. Das Projekt beinhaltet eine Schule und ein Internat. Hier haben wir eine gute Woche verbracht. Wir haben uns auch nahe gelegene Wasserfälle angeschaut. Obwohl es wieder einmal wie aus Kübeln gegossen hat, haben mir diese wahnsinnig gut gefallen.

Ein paar Tage vor Silvester sind wir dann nach Mazabuka zurück gefahren. Dazu sind wir extra zeitig in der Früh zur Busstation in Kasama gegangen. Allerdings hat der Mann von der Busgesellschaft uns erklärt, dass sie keinen Platz mehr für uns haben. Nachdem die Schwester immer wieder nachgefragt hat waren dann ganz plötzlich doch noch zwei Plätze frei. Nach 12 Stunden in dem Bus haben wir Lusaka erreicht. Dort mussten wir uns durchfragen wo es einen Bus nach Mazabuka gibt. Gott sei Dank haben wir es dann auch geschafft einen Bus zu erwischen, den aller letzten an dem Tag. Diese Fahrt hat nochmal 2 Stunden gedauert und dann haben wir endlich Mazabuka erreicht. Wir sind dann zu Fuß bis zum Projekt gegangen und obwohl es erst 10 am Abend war, waren die Straßen wie ausgestorben. Auch wenn mir diese kleine Rundreise wahnsinnig gut gefallen hat, habe ich mich, als wir unser Volontär-Haus erreicht haben müde und erschöpft, so gefreut wieder zu Hause zu sein.

Montag, 16. November 2015

Mein Alltag



7:15 Aufstehen
8:00-11:00 Unterrichten, Nachhilfe geben, malen, basteln,…
13:00 Mittagessen mit den Sisters
14:30-17:00 Oratorium
20:00-21:30 Lerneinheit (Prep)

Mein Tag beginnt ganz unspektakulär, ich werde von meinem Wecker oder von den Mädels draußen aufgeweckt (die Mädels stehen jeden Tag um 4 oder 5 auf und lieben es zu jeder Zeit zu singen).
Danach frühstücke ich mit meinen Mittvolontären und dann geht es los, mit momentan 5 Mädchen die es zu betreuen gilt. Normalerweise hatten wir 10 Mädchen, aber für 5 hat sich der Stundenplan geändert und sie haben jetzt auch am Vormittag Schule. Wir unterrichten Gegenstände wie Englisch, Mathe, Sience, üben mit ihnen Kapitel die sie nicht gut verstehen oder malen und basteln mit ihnen. Jeden Freitag machen wir auch mit ihnen Computerunterricht, was manchmal gar nicht so einfach ist, da es immer wieder vorkommt, dass währenddessen Stromausfall ist. Aber es gehört mittlerweile auch schon zum Alltag, dass der Strom manchmal bis zu drei Mal am Tag ausfällt. Wenn das am Abend passiert wenn es schon dunkel ist, ist es wirklich Stockfinster, weil dann oft die ganze Stadt keinen Strom hat.

Wenn wir fertig sind um 11 Uhr, machen wir immer eine kleine Pause, dann geh ich oft noch zu Mädels um mit ihnen zu quatschen. Manchmal begleite ich auch die Mädels in die Schule die erst am Nachmittag unterrichtet werden. Eigentlich ist für uns um 13 Uhr Mittagessen, aber wir essen eigentlich immer dann wenn fertig gekocht wurde, also zwischen 12:30 und 13: 45. Zum Essen gibt es jeden Tag Nshima, weißer eher fester Brei aus Maismehl (ähnlich Polenta oder Grießkoch), das schmeckt nach nicht viel, da es nicht gewürzt ist, dazu gibt es immer verschiedene Beilagen z.B. Fisch, Gemüse, Reis, Fleisch oder Eier. Die meisten Menschen hier essen Nshima mit den Fingern, sie kneten ein Stück lang in der Hand, bevor sie es in eine Soße oder Beilage tunken und essen. Mittlerweile habe ich auch schon angefangen mit den Fingern zu essen.

Es ist dann meistens nicht mehr viel Zeit bis das Oratorium beginnt, da kommen immer viele Kinder und Jugendliche die hier ihre Freizeit verbringen. Manche kommen direkt von der Schule in ihrer Schuluniform. Es wird ganz viel Basketball gespielt aber auch Fußball, Volleyball und ganz beliebt sind auch Kartenspiele und Dame. Manchmal werde ich gefragt ob ich mit Fußball spielen mag, das ist oft gar nicht so einfach für mich, da die Leute nur weil ein Muzungu (Weißer) mitspielt nicht die Sprache wechseln und weiter hin in Tonga, Nyanja oder Bemba sprechen. So ist es mir schon öfters passiert dass ich nicht wusste bei wem ich im Team spiele oder in welches Tor ich spielen soll. Wenn es so heiß ist, ist es auch beliebt eine Wasserschlacht zu machen. Dazu bringt jeder der Lust hat eine Flasche, Kübel, Dose, … und dann kann es auch schon losgehen, das ist immer ein riesen Spaß und in dieser Hitze eine echt angenehme Erfrischung.

Nach dem Oratorium machen wir unser Abendessen und haben wieder frei, aber auch in der Zeit bin ich oft bei den Mädels um mit ihnen Zeit zu verbringen. Am Abend ist dann noch Hausaufgabenzeit wo die Mädels mit uns zusammen ihre Aufgaben machen können, oder wenn sie einen Test haben lernen können. Aber es passiert nicht selten dass die Mädchen nicht kommen und wenn man sie fragt wo sie waren mit Ausreden kommen wie ich hab keine Hausaufgaben. Danach haben wir wieder frei und gehen dann auch bald schlafen, in dieser Hitze wird man echt schnell müde.

Dienstag, 27. Oktober 2015

51 Jahre Unabhängigkeit Sambias und mein 20. Geburtstag



Am 24. 10. ist hier in Sambia der Tag der Unabhängigkeit. Schon seit Tagen haben die Mädels davon geredet, und dass da ordentlich gefeiert wird. Da ich noch nie bei einer Unabhängigkeitsfeier war, und ich deswegen nicht weiß wie man sowas feiert, war ich sehr froh dass am Abend davor ein Mädchen zu mir gesagt hat, wir können zusammen hin gehen. Da die Feier nämlich in der Stadt stattfindet.
Am nächsten Tag bin ich extra früh aufgestanden um ja pünktlich zu sein, aber als ich dann am vereinbarten Treffpunkt war, war kein Mensch da. Ich hab dann ein paar andere Mädels getroffen, die mir versichert haben, dass das Mädchen schon weg ist (im nachhinein hab ich dann erfahren dass sie noch gar nicht weg war, sondern noch geschlafen hat :D). Aber ich hab dann andere Mädels gefunden die mich mitgenommen haben.

Wir sind zuerst zu dem Platz gegangen auf dem ein Aufmarsch stattfinden soll, aber es hat noch nicht angefangen. Da die Mädels nicht nur rumstehen wollten, haben sie kurzer Hand beschlossen mir ihre Schule zu zeigen. Obwohl Feiertag war, ist mir aufgefallen, dass manche Geschäfte ganz normal offen hatten.
Nach einem weiteren Spaziergang sind wir bei der Schule gewesen. Ich hab die Mädels gefragt ob es in Ordnung ist dass wir einfach so in die Schule gehen, und sie haben mich ganz verwundert angeschaut und gemeint natürlich das ist unsere Schule. Sie haben mir dann voller Freude ihre Klassenräume gezeigt. Da diese keine Türen haben konnten wir einfach so problemlos rein spazieren.

Um diese Zeit war es schon recht heiß, deswegen haben wir von dem Brunnen am Schulgelände noch etwas getrunken, bevor wir wieder den ganzen Weg zurück gehen konnten. Auf der Straße hat man schon ganz viele Leute gesehen mit Gewand in den Farben Grün, Rot, Schwarz und Gelb, die Farben der Landesflagge. Da die Mädels mir nicht sagen konnten um wie viel Uhr der Aufmarsch stattfindet, wusste ich nicht ob wir schon zu spät sind oder ob es noch nicht angefangen hat. Aber nach kurzem Warten ging es dann los. Es waren Gruppen vom Militär, Schulen, Karateverein, Blasmusik,… die durch die Straßen gezogen sind, bis sie sich auf einem Platz versammelt haben. Nach dem die alle ihre Plätze eingenommen haben, haben verschiedene Gruppen, Tänze und alles Mögliche vorgeführt. Wir sind den ganzen Vormittag dort geblieben, allerdings war ich dann schon recht froh wieder gehen zu können, weil es echt heiß und staubig war.
Auf dieser Veranstaltung hab ich mich, um ehrlich zu sein wirklich wie ein Tier im Tiergarten gefühlt, so viele Köpfe die sich zu mir um gedreht haben und verwundert geschaut haben. Ein Muzungu (Weißer). Ich hatte auch ein lustiges Erlebnis mit einem Mädchen welches zu mir gesagt hat dass ich doch bitte ihre kleine Schwester begrüßen soll, allerdings hat die Kleine echt Angst vor mir gehabt. Am Abend nach dem Abendessen wurde dann noch im Projekt gefeiert. Alle haben sich besonders herausgeputzt und jeder der wollte konnte etwas singen oder tanzen und es gab Kuchen, Popcorn, Eis… Danach wollte ich schlafen gehen und musste feststellen dass ich den Tag über zu viel in der Sonne war und meinen ersten Sonnenbrand habe.

Am nächsten Tag war mein Geburtstag. Ich hab schon in den letzten Wochen immer mal wieder gesagt dass ich Geburtstag habe, aber ich war mir nicht sicher ob sich jemand daran erinnern wird. Da es Sonntag war musste ich früh aufstehen, weil wir immer zusammen in die Kirche gehen. Wo ich den ersten Schritt aus dem Haus gemacht habe, hat mich schon eines von den Mädels begrüßt und mir gratuliert, also war ich beruhigt, es wissen manche dass mein Geburtstag ist :D. Da es momentan nur ein Auto gibt, fahren wir auf zwei Partien zur Messe (auch wenn jedes Mal so viele Leute wie möglich ins Auto gequetscht werden). Ich war bei der zweiten Partie dabei, und in der Wartezeit haben mir die Mädels Geburtstagslieder vorgesungen.
Nach der Messe war dann Mittagessen, in unserem neuen Shelter (eine Art Hütte), welcher genau zu meinem Geburtstag fertig geworden ist. Danach habe ich einen Geburtstagskuchen bekommen und es gab eine regionale Spezialität zum Trinken, allerdings hab ich den Namen noch nicht herausgefunden :D. Es konnte wieder jeder der wollte etwas für mich singen. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Den ganzen Tag über haben mir Leute gratuliert, auch beim Oratorium hab ich ein Geburtstagslied vorgesungen bekommen. Ich wurde ganz oft gefragt wie alt ich jetzt eigentlich bin und ob meine Eltern mir eh gratuliert haben.
Am Sonntagabend ist immer so ca. eine Stunde lang 'Adoration' wo alle in der Kapelle zusammen kommen und gemeinsam singen, beten,... Diesmal haben sie die Adoration mir gewidmet, was mich wirklich sehr berührt hat.
Weil mich so viele von euch gefragt haben: Ja ich hatte einen schönen Geburtstag.

Freitag, 9. Oktober 2015

Schwimmen in den Viktoria-Fällen



Nachdem die Stadt Livingstone mit den berühmten Viktoria-Fällen nicht allzu weit weg von Mazabuka ist, haben wir (meine drei Mittvolontäre und ich) beschlossen dorthin zu fahren.

Die Schwester hier hat uns in der Früh zum Bus gebracht, der durch halb Sambia fährt, uns ein Ticket gekauft, und dann mussten wir warten. Der Bus war dann aber schon bald da und wir konnten einsteigen. Man bekommt einen Sitzplatz zugewiesen, weswegen ich neben einer jungen Frau gesessen bin. Sie hat gleich begonnen mit mir zu reden (am Anfang ein bisschen ungewohnt und komisch für mich) und weil sie ihren Laptop dabei hatte hat sie mich gleich eingeladen mit ihr Filme zu schauen. Da hab ich natürlich nicht nein gesagt, und so ist die fünfstündige Fahrt schnell vorbei gewesen. Eigentlich fährt man von Mazabuka nach Livingstone nur vier Stunden, wieso wir länger gebraucht haben? Keine Ahnung :D. Es werden keine Stationen oder so durchgesagt weswegen ich dann sehr froh war, dass wir in der richtigen Stadt ausgestiegen sind. Allerdings war das Aussteigen gar nicht so einfach, weil man von mehreren Taxifahrern belagert wird, die einem alle versichern der erste gewesen zu sein und den besten Preis zu haben. Wir konnten uns im Endeffekt aber doch von ihnen loseisen und sind auf eigene Faust losgegangen. Ich hab gleich bemerkt, dass diese Stadt eindeutig touristischer ist, da viel mehr weiße Leute unterwegs sind. Ich hab auch immer wieder Menschen Deutsch reden hören, das war echt komisch :D.

Meine Mittvolontäre wollten unbedingt spannende Aktivitäten machen, aber wir wurden schnell gebremst in unserem Vorhaben, da die Preise für solche Touristendinge echt enorm sind. Aber wir haben dann doch etwas gefunden was für uns möglich war. Wir sind zu den Viktoriafällen gefahren und eine Mittvolontärin und ich haben uns für eine kleine Wanderung auf den Viktoria-Fällen entschieden. Wir hatten unseren eigenen Guide und sind mit ihm auf den Viktoria-Fällen entlang spaziert. Das ist momentan möglich, da Trockenzeit ist und es deswegen echt nicht viel Wasser gibt. Wir sind zum sogenannten "Devils Pool" spaziert, wo wir dann gebadet haben. Das war echt ein tolles Gefühl, zu wissen man schwimmt gerade oben auf den Viktoria-Fällen und ein Meter von einem entfernt stürzt das Wasser in die Tiefe.

Ansonsten haben wir viel gechillt, sind durch die Stadt spaziert und haben die Zeit genossen. Zu wahnsinnig viel hatten wir eigentlich keine Lust, da es in Livingstone noch mal um ein paar Grad heißer ist als in Mazabuka.

Wir haben es dann sogar geschafft uns selbständig ein Busticket zurück nach Mazabuka zu besorgen. Eigentlich hätte der Bus in wenigen Minuten kommen sollen aber wir haben noch ca. eine halbe Stunde gewartet bis der Bus da war. Als wir dann unsere Plätze hatten mussten wir aber nochmal eine halbe Stunde warten, weil der Bus gewartet hat bis er voll war.

Die Rückfahrt ist dann nicht so schnell vergangen weil ich keine Gelegenheit hatte Filme zu schauen ;). Bei manchen Stationen stehen Verkäufer, die den Leuten im Bus (einfach durchs Fenster) Essen und Trinken verkaufen, so haben sich einige Leute gekochte Maiskolben gekauft.
Wieder zurück in Mazabuka sind wir nach Hause spaziert. Auf der Straße zu City of Joy sind wir einigen von unseren Mädels begegnet, die von der Schule heim gekommen sind. Von denen wurden wir gleich freudig begrüßt. Auch die anderen Leute im Projekt haben sich sehr gefreut uns wieder zu sehen. Wir hatten richtig das Gefühl wieder daheim zu sein.