Montag, 21. September 2015

Ankommen in City of Joy



Auch wenn es schon einige Tage her ist möchte ich euch von meiner Ankunft im Projekt 'City of Joy' erzählen.

Zusammen mit einer anderen Volontärin aus Österreich bin ich von Wien nach Dubai geflogen. Dort hatten wir einige Stunden Aufenthalt, bevor es weiter ging nach Lusaka, der Hauptstadt von Sambia. Wir waren beide sehr nervös, weil wir nicht so genau wussten was auf uns zukommen wird. Außerdem wussten wir beide nicht wer uns abholen wird und haben nur gehofft dass überhaupt jemand da sein wird. Als wir am Flughafen angekommen sind, mussten wir uns zuerst um unser Visum kümmern. Wir mussten zwar lang anstehen, aber es hat problemlos geklappt. Danach konnten wir uns auch schon unsere Koffer nehmen und hielten Ausschau nach einer Schwester. Wir haben Sr. Agness auch gleich gefunden, da der Flughafen echt nicht groß ist. Sr. Agness ist die Oberschwester von dem Projekt wo ich bin, sie hat gleich vom ersten Eindruck sehr nett gewirkt und mir meine Nervosität genommen. Sie hat mir auch gesagt, dass ich die nächsten Tage zwar die einzige Volontärin bin aber dass dann noch mehr kommen, das hat mich sehr gefreut.

Dann ging es auch schon los, mit dem Auto durch den Verkehr von Lusaka, wo es üblich ist, dass Verkäufer auf der Straße herumspazieren und Sachen verkaufen, von Zwiebeln über Hosen bis zu Fahrradreifen eigentlich alles. Da hab ich gleich einen ersten Eindruck vom Land bekommen und hab auch gleich festgestellt dass ich hier ganz deutlich der Ausländer bin.

Zuerst sind wir zu City of Hope gefahren, einem großen Projekt in Lusaka. Hier ist die andere Volontärin ausgestiegen und wird dort ein paar Tage bleiben, sie kommt in ein Projekt nach Kasama. Dann sind wir auch schon weiter gefahren, nach Mazabuka. In Sambia ist Linksverkehr, was schon mal gewöhnungsbedürftig für mich ist, aber die Autos sind oft auch in einem anderen Zustand als in Österreich. So gibt es z.B. in dem Auto in dem ich gesessen bin nur eine Kurbel für die Fenster, die halt immer weiter gereicht werden muss. Außerdem haben manche Autos nicht mehr alle Lichter. Da es schon dunkel gewesen ist als wir nach Mazabuka gefahren sind, war das durchaus ein Problem und wir wären beinahe einem vorderen Auto reingefahren, da unser Fahrer das Auto nicht sehen konnte da es keine Rück- und Bremslichter mehr hatte. So etwas wie Straßenbeleuchtung gibt es hier auch kaum.

Nach ca. zwei Stunden sind wir dann in Mazabuka angekommen. Es haben einige Mädels schon gewartet und mich zur Begrüßung umarmt. Da ich schon sehr lang unterwegs war, war ich sehr müde und habe mich schon sehr auf ein Bett gefreut. Aber zuerst gab es Abendessen für uns. Bei diesem Essen hab ich bemerkt dass es hier üblich ist mit den Fingern zu essen. Aber sie haben auch Messer und Gabel, welche ich dann doch bevorzugt habe.

Nach dem Essen wurde mir gesagt, dass ich im 'Wohnzimmer' platznehmen soll. Es waren einige von den Aspirantinnen (angehende Schwestern) da, die sich mit mir unterhalten wollten. Zwar spricht hier jeder Englisch (Amtssprache) aber doch mit einem anderen Akzent als bei uns, also musste ich nach jeder Frage die sie mir gestellt haben, sie bitten sie zu wiederholen. Dann sind plötzlich alle Mädels hereingekommen und sie haben für mich in verschiedenen Gruppen getanzt und Willkommenslieder gesungen. Das hat mich ziemlich überwältigt da ich nicht mit so einem Empfang gerechnet habe. Danach sind zwei mit einem riesigen Kuchen hereingekommen. Da sie mir ein Messer hingehalten haben, habe ich gedacht, dass ich den Kuchen aufschneiden soll, aber ich wusste nicht, dass ich nur den ersten Schnitt machen soll, also hab ich weiter aufgeschnitten und wurde prompt von den Mädels ausgelacht (das passiert mir hier öfters dass ich ausgelacht werde :D). Nachdem wir den Kuchen gegessen haben und einem kurzen Gebet durfte ich endlich schlafen gehen und bin einfach nur mehr in mein Bett gefallen.

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