Dienstag, 27. Oktober 2015

51 Jahre Unabhängigkeit Sambias und mein 20. Geburtstag



Am 24. 10. ist hier in Sambia der Tag der Unabhängigkeit. Schon seit Tagen haben die Mädels davon geredet, und dass da ordentlich gefeiert wird. Da ich noch nie bei einer Unabhängigkeitsfeier war, und ich deswegen nicht weiß wie man sowas feiert, war ich sehr froh dass am Abend davor ein Mädchen zu mir gesagt hat, wir können zusammen hin gehen. Da die Feier nämlich in der Stadt stattfindet.
Am nächsten Tag bin ich extra früh aufgestanden um ja pünktlich zu sein, aber als ich dann am vereinbarten Treffpunkt war, war kein Mensch da. Ich hab dann ein paar andere Mädels getroffen, die mir versichert haben, dass das Mädchen schon weg ist (im nachhinein hab ich dann erfahren dass sie noch gar nicht weg war, sondern noch geschlafen hat :D). Aber ich hab dann andere Mädels gefunden die mich mitgenommen haben.

Wir sind zuerst zu dem Platz gegangen auf dem ein Aufmarsch stattfinden soll, aber es hat noch nicht angefangen. Da die Mädels nicht nur rumstehen wollten, haben sie kurzer Hand beschlossen mir ihre Schule zu zeigen. Obwohl Feiertag war, ist mir aufgefallen, dass manche Geschäfte ganz normal offen hatten.
Nach einem weiteren Spaziergang sind wir bei der Schule gewesen. Ich hab die Mädels gefragt ob es in Ordnung ist dass wir einfach so in die Schule gehen, und sie haben mich ganz verwundert angeschaut und gemeint natürlich das ist unsere Schule. Sie haben mir dann voller Freude ihre Klassenräume gezeigt. Da diese keine Türen haben konnten wir einfach so problemlos rein spazieren.

Um diese Zeit war es schon recht heiß, deswegen haben wir von dem Brunnen am Schulgelände noch etwas getrunken, bevor wir wieder den ganzen Weg zurück gehen konnten. Auf der Straße hat man schon ganz viele Leute gesehen mit Gewand in den Farben Grün, Rot, Schwarz und Gelb, die Farben der Landesflagge. Da die Mädels mir nicht sagen konnten um wie viel Uhr der Aufmarsch stattfindet, wusste ich nicht ob wir schon zu spät sind oder ob es noch nicht angefangen hat. Aber nach kurzem Warten ging es dann los. Es waren Gruppen vom Militär, Schulen, Karateverein, Blasmusik,… die durch die Straßen gezogen sind, bis sie sich auf einem Platz versammelt haben. Nach dem die alle ihre Plätze eingenommen haben, haben verschiedene Gruppen, Tänze und alles Mögliche vorgeführt. Wir sind den ganzen Vormittag dort geblieben, allerdings war ich dann schon recht froh wieder gehen zu können, weil es echt heiß und staubig war.
Auf dieser Veranstaltung hab ich mich, um ehrlich zu sein wirklich wie ein Tier im Tiergarten gefühlt, so viele Köpfe die sich zu mir um gedreht haben und verwundert geschaut haben. Ein Muzungu (Weißer). Ich hatte auch ein lustiges Erlebnis mit einem Mädchen welches zu mir gesagt hat dass ich doch bitte ihre kleine Schwester begrüßen soll, allerdings hat die Kleine echt Angst vor mir gehabt. Am Abend nach dem Abendessen wurde dann noch im Projekt gefeiert. Alle haben sich besonders herausgeputzt und jeder der wollte konnte etwas singen oder tanzen und es gab Kuchen, Popcorn, Eis… Danach wollte ich schlafen gehen und musste feststellen dass ich den Tag über zu viel in der Sonne war und meinen ersten Sonnenbrand habe.

Am nächsten Tag war mein Geburtstag. Ich hab schon in den letzten Wochen immer mal wieder gesagt dass ich Geburtstag habe, aber ich war mir nicht sicher ob sich jemand daran erinnern wird. Da es Sonntag war musste ich früh aufstehen, weil wir immer zusammen in die Kirche gehen. Wo ich den ersten Schritt aus dem Haus gemacht habe, hat mich schon eines von den Mädels begrüßt und mir gratuliert, also war ich beruhigt, es wissen manche dass mein Geburtstag ist :D. Da es momentan nur ein Auto gibt, fahren wir auf zwei Partien zur Messe (auch wenn jedes Mal so viele Leute wie möglich ins Auto gequetscht werden). Ich war bei der zweiten Partie dabei, und in der Wartezeit haben mir die Mädels Geburtstagslieder vorgesungen.
Nach der Messe war dann Mittagessen, in unserem neuen Shelter (eine Art Hütte), welcher genau zu meinem Geburtstag fertig geworden ist. Danach habe ich einen Geburtstagskuchen bekommen und es gab eine regionale Spezialität zum Trinken, allerdings hab ich den Namen noch nicht herausgefunden :D. Es konnte wieder jeder der wollte etwas für mich singen. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Den ganzen Tag über haben mir Leute gratuliert, auch beim Oratorium hab ich ein Geburtstagslied vorgesungen bekommen. Ich wurde ganz oft gefragt wie alt ich jetzt eigentlich bin und ob meine Eltern mir eh gratuliert haben.
Am Sonntagabend ist immer so ca. eine Stunde lang 'Adoration' wo alle in der Kapelle zusammen kommen und gemeinsam singen, beten,... Diesmal haben sie die Adoration mir gewidmet, was mich wirklich sehr berührt hat.
Weil mich so viele von euch gefragt haben: Ja ich hatte einen schönen Geburtstag.

Freitag, 9. Oktober 2015

Schwimmen in den Viktoria-Fällen



Nachdem die Stadt Livingstone mit den berühmten Viktoria-Fällen nicht allzu weit weg von Mazabuka ist, haben wir (meine drei Mittvolontäre und ich) beschlossen dorthin zu fahren.

Die Schwester hier hat uns in der Früh zum Bus gebracht, der durch halb Sambia fährt, uns ein Ticket gekauft, und dann mussten wir warten. Der Bus war dann aber schon bald da und wir konnten einsteigen. Man bekommt einen Sitzplatz zugewiesen, weswegen ich neben einer jungen Frau gesessen bin. Sie hat gleich begonnen mit mir zu reden (am Anfang ein bisschen ungewohnt und komisch für mich) und weil sie ihren Laptop dabei hatte hat sie mich gleich eingeladen mit ihr Filme zu schauen. Da hab ich natürlich nicht nein gesagt, und so ist die fünfstündige Fahrt schnell vorbei gewesen. Eigentlich fährt man von Mazabuka nach Livingstone nur vier Stunden, wieso wir länger gebraucht haben? Keine Ahnung :D. Es werden keine Stationen oder so durchgesagt weswegen ich dann sehr froh war, dass wir in der richtigen Stadt ausgestiegen sind. Allerdings war das Aussteigen gar nicht so einfach, weil man von mehreren Taxifahrern belagert wird, die einem alle versichern der erste gewesen zu sein und den besten Preis zu haben. Wir konnten uns im Endeffekt aber doch von ihnen loseisen und sind auf eigene Faust losgegangen. Ich hab gleich bemerkt, dass diese Stadt eindeutig touristischer ist, da viel mehr weiße Leute unterwegs sind. Ich hab auch immer wieder Menschen Deutsch reden hören, das war echt komisch :D.

Meine Mittvolontäre wollten unbedingt spannende Aktivitäten machen, aber wir wurden schnell gebremst in unserem Vorhaben, da die Preise für solche Touristendinge echt enorm sind. Aber wir haben dann doch etwas gefunden was für uns möglich war. Wir sind zu den Viktoriafällen gefahren und eine Mittvolontärin und ich haben uns für eine kleine Wanderung auf den Viktoria-Fällen entschieden. Wir hatten unseren eigenen Guide und sind mit ihm auf den Viktoria-Fällen entlang spaziert. Das ist momentan möglich, da Trockenzeit ist und es deswegen echt nicht viel Wasser gibt. Wir sind zum sogenannten "Devils Pool" spaziert, wo wir dann gebadet haben. Das war echt ein tolles Gefühl, zu wissen man schwimmt gerade oben auf den Viktoria-Fällen und ein Meter von einem entfernt stürzt das Wasser in die Tiefe.

Ansonsten haben wir viel gechillt, sind durch die Stadt spaziert und haben die Zeit genossen. Zu wahnsinnig viel hatten wir eigentlich keine Lust, da es in Livingstone noch mal um ein paar Grad heißer ist als in Mazabuka.

Wir haben es dann sogar geschafft uns selbständig ein Busticket zurück nach Mazabuka zu besorgen. Eigentlich hätte der Bus in wenigen Minuten kommen sollen aber wir haben noch ca. eine halbe Stunde gewartet bis der Bus da war. Als wir dann unsere Plätze hatten mussten wir aber nochmal eine halbe Stunde warten, weil der Bus gewartet hat bis er voll war.

Die Rückfahrt ist dann nicht so schnell vergangen weil ich keine Gelegenheit hatte Filme zu schauen ;). Bei manchen Stationen stehen Verkäufer, die den Leuten im Bus (einfach durchs Fenster) Essen und Trinken verkaufen, so haben sich einige Leute gekochte Maiskolben gekauft.
Wieder zurück in Mazabuka sind wir nach Hause spaziert. Auf der Straße zu City of Joy sind wir einigen von unseren Mädels begegnet, die von der Schule heim gekommen sind. Von denen wurden wir gleich freudig begrüßt. Auch die anderen Leute im Projekt haben sich sehr gefreut uns wieder zu sehen. Wir hatten richtig das Gefühl wieder daheim zu sein.